Am Herbst liebe ich den frühen Nebel. Beschlagene
Windschutzscheiben, mit verlaufenden Herzen versehen. Fancy
Kaffeesorten. Und ich bin glücklich, denn alles riecht nach Zimt,
Kürbis und Regen. Auch wenn es noch nicht schneit, liegt Kunstschnee
in jeder meiner Lieblingsserien. Die Sonnenuntergänge sind im Herbst
besondere Kunststücke. Brennendes Rot im Himmel, goldene Blätter an
den Bäumen. Und ich backe schon Weihnachtsgebäck. Kuschelsocken
über dicke Kniestrümpfe und Strumpfhosen. Doch das, was ich am
meisten am Herbst liebe ist, wenn man sein Atmen in der Kälte sehen
kann, wenn die Wangen und die Nase rot von der Kälte werden. Wenn
mein braunes Haar, wie die Blätter an den Bäumen, in der Sonne Gold
leuchtet, und meine Augen jede einzelne Farbe annehmen.
Und
auch wenn ich nicht mehr weiß, was du so treibst, denke ich an die
Zeit im November zurück. Wo wir noch keine Masken getragen haben,
und ich mein Atmen in der Kälte sehen konnte. Wo ich dich noch öfter
sah. Beschlagene Zugfenster. So gerne hätte ich unsere Initialen an
ihnen hinterlassen. Doch dann hätte ich dabei zusehen müssen, wie
diese ineinander verlaufen würden. Daneben sind wir jedoch immer nur
aneinander vorbeigelaufen. Meine Hände in der warmen Jackentasche.
Wie gerne ich nach deiner Hand gegriffen hätte. Doch schon damals,
ein Jahr vorher im Dezember, wusste ich, dass du viel zu früh meine
Hand loslassen würdest. „Call it what you want“, sagte ich. „Ich
kann das nicht genau einschätzen“, sagtest du.
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