Du setzt dich an denselben Tisch, wo ich mit meinen Freunden sitze. Doch du sitzt nie direkt neben uns. Vermutlich denkst du, ich sei dumm und bemerke nicht, dass du uns zuhörst. Jedes Mal, wenn ich dich anschaue, schaust du mich bereits an. Und dann schaust du schnell wieder weg. So wie du es immer schon getan hast, als du noch in mich verliebt warst. Es ist vermutlich Ironie des Schicksals, aber ich ignoriere dich einfach. So wie du es gemacht hast, als ich noch in dich verliebt war.
Es ist zwei Uhr nachts und ich tanze auf einer Party mit meinen Freunden. Wir tun so, als sei jeder Song unser Song. Wir tun so, als leiden wir alle nicht unter dem Leistungsdruck unser Professoren:innen. Es ist einer der besten Nächte. Du stehst an der Bar und beobachtest mich. Doch ich ignoriere dich.
Um vier Uhr morgens erhalte ich eine Textnachricht von dir. Vermutlich bist du genauso angetrunken wie ich, denn du schreibst -du vermisst mich-
aber ich antworte dir nicht.
Deine Liebe war meine dunkle Materie. Nicht wirklich sichtbar. Indirekter Beweis. Egal, wie oft ich sie studiert habe, ich verstehe sie einfach nicht. Ich will dich nicht mein Leben lang studieren müssen. Ich bin in diese Stadt gezogen, um meine Träume zu verwirklichen. Mit jedem Tag, der vergeht, gehörst du weniger dazu.
Aber wenn du es ernst meinst, dann solltest du auch mal endlich einen Finger krumm machen. Findest du nicht, dass ich dir genug nachgelaufen bin? Als gäbe es eine Ziellinie. Und ich wette, deine Freunde sind alle dümmer als ich und sagen dir Sachen wie "Alles passiert aus einem bestimmten Grund". Das war schon immer unser Differenzpunkt. Du glaubst, dass du alles erreichen kannst, wenn du nur mit dem Finger schnippst. Aber so funktioniert das Leben nicht, das weiß ich.
Zeig mir, dass du es ernst meinst. Setzt dich neben mich. Zeig mir, dass du anders bist. Und komm zu mir auf die Tanzfläche. Nimm meine Hand und verschränkt sie in deiner. Zeig mir, dass du genauso verletzlich bist wie ich. Dann werde ich nicht auf dein Dach steigen. Wenn du es ernst meinst, werde ich dir nicht die kalte Schulter zeigen.
Doch solange du so weit von mir entfernt sitzt, mich nur von der Ferne beobachtest, komme ich nicht zu dir zurück. Du musst dir schon ein bisschen mehr Mühe geben, als eine Nachricht zu verfassen. Hast du es nicht gehört? Ich brauche dich nicht, um nachts alleine auf dem Bordstein zu tanzen.
Jedoch werde ich nicht auf dich warten.
Kann
es kaum abwarten, bis deine Reise endlich zu Ende ist. Wenn du diese
Stadt verlässt, wird für mich ein neuer stratigraphischer Abschnitt
beginnen. Und ich werde mich in jeden Stein dieser Stadt neu verlieben. Und diese Stadt wird meinen Namen
schreien.
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